luftveränderung

Fahre mit der Eisenbahn, fahre, Mädchen, fahre, Auf dem Deck vom Wasserkahn wehen deine Haare.

Tauch in fremde Städte ein, lauf in fremden Gassen; höre fremde Menschen schrein, trink aus fremden Tassen.

Lauf in Afrika umher, reite durch Oasen; lausche auf ein blaues Meer, hör den Mistral blasen!

Wie du auch die Welt durchflitzt ohne Rast und Ruh-: Hinten auf dem Puffer sitzt du.

- Kurt Tucholsky


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16-08-08, Lviv - Ploscha Rynok; 7:00am

Also ich bin an unserem Treffpunkt angekommen, nur ein wenig zu freuh. Mit der langsamsten Strassenbahn meines Lebens bin ich erfolgreich vom Bahnhof hierher gefahren. Als ich am Marktplatz ausgestiegen bin, sehe ich als erstes ein riesiges Banner am Rathaus haengen: "Solidarity for Georgia" Hmm, vielleicht bin ich mit meinen paar russischen Worten hier gar nicht so willkommen!? Mal sehen. Jetzt fruehstuecken und auf den Steffen warten ...
22.8.08 19:59


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15-08-08, Train to Lviv; 14:00pm

Und weiter gehts... Abschied von Olya, ihrer family und ihren Freunden. Der Grossvater wuenscht mir vorallem einen guten Mann - we'll see . Right now I feel a bit lonley leaving by myself again, no more Olya who tells me where to take piuctures and where to sit... Aber in Lviv wird ja schon der Steffen warten. Treffpunkt ist arrangiert - bin gespannt, ob wir tatsaechlich beide da sein werden. Es waren sehr schoene Tage mit Olya, manchmal anstrengend, aber meistens auch schoen. So eine Gastfreundlichkeit bin ich gar nicht gewohnt.

Jetzt sitze ich wieder im Zug, schmelze vor Hitze und nehme viele neue Eindruecke und Erinnerungen mit mir - bin gespannt auf den naechsten Ort, noch nicht wirklich bereit loszulassen und immer alles dabei: Mich mit all meinen Gedanken, Problemen und Erinnerungen und ganz viel Essen !

--

Somewhat later: Und noch viel mehr Essen. Denn die Famillie, mit der ich in einem Abteil bin, hat sich doch als sehr mitteilsam herausgestellt. Die Tochter, Olya spricht englisch, der Vater, Olisch etwas deutsch. die Mutter, Lena nur ukrainisch und russisch. Als erstes bekomme ich gegen die unertraegliche Hitze einen Faecher geschenkt - "present". (Wir schmelzen trotzdem weiter...) und dann wird fleissig gekaudawelscht. Der Vater ist Architekturprofessor, war schon oefter in Deutschland mit Kollegen und hat so etwas deutsch aufgeschnappt. Olya ist 19, studiert Architektur und die ganze Familie ist auf einer 10taegigen Reise durch Prag, Wien, Dresden,... Sie sind sehr, sehr feundlich. Alles Essen wird geteilt, "Komm, komm! Alles essen zusammen!" Es gibt Tee und dann lerne ich noch ein ukrainisches Kartenspiel, dessen Regeln ich zwar nicht verstehe, das ich aber trotzdem in der zweiten Runde gewinne .
Wenn es nur nicht so furchtbar heiss waere. - Aber die Zeit vergeht!
22.8.08 19:53


14-08-08, Poltava - Olyas bed; ?

Ok. Mein Bein ist blau. Ich hab wieder viel Bier getrunken und mein Kontostand sollte mittlerweile auch bei Null sein.
Also, wir waren heute Bootfahren - on the river - und schwimmen. Vorher haben wir noch ein altes touri urainisches Dorf besucht, wo es tolles Essen gab. Dann schwimmen wir also in diesem Fluss, drinken Bier, springen vom Boot und von einem Steg ins Wasser - ohja, Hanne has to try that... Wie in Filmen: auf dem leicht morschen Holz arbeite ich mich vorsichtig nach vorne und "krach" Hanne haengt mit dem ganzen Bein im Holz. -aua- Der Besitzer schreit und flucht. Wir koennen nur noch lachen. Aber ich fuerchte morgen werde ich fluchen.
Ausserdem habe ich heute, dank meiner toller German Credit Card, die Anzahlung for the dormroom of Olya's student bezahlt und damit "mein gesamtes Vermoegen" verliehen. Ich soll es morgen in bar wieder bekommen bevor mein Zug abfaehrt - I hope and still believe in it .
20.8.08 18:41


13-08-08, Poltava - Olyas room; 00:05am or pm

beer beer beer - so much russian beer... aehh ukrainian beer und sonne und wasser und trockner fisch und was weiss ich noch alles. Jep, es war ein guter Tag in Poltava.

Nur vier Stunden Zugfahrt brachten uns in dieses nette Staedtchen in the the east. Und Zugfahren ist billig hier! Der Ferseher laeuft auf voller Lautstaerke, es ist irgendein russischer Gangsterfilm - as far as I understand it. Mein Russisch ist natuerlich schon fliessend - vorallem nach einigen Bier... Da Olya in den sowijetischen Zeiten aufwuchs ist Russisch ihre Muttersprache und ausserdem finde ich "danke" auf Russisch einfacher als in Ukrainisch.

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Seltsam ist der Lauf der Dinge. Noch vor einem Monat war ich in Georgien und bin wie vor den Kopf geschlagen von Bilder die ich hier -fuer mich groesstenteils unkommentiert- in Fernsehn und Zeitungen sehe. Reden ueber Patriotismus, Grenzen zwischen Gut und Boese, Nazis und Endloesungen sind auf internationaler Ebene zu hoeren und ich komme aus Krakow mit meinem Buch ueber Auschwitz und weiss nicht weiter. It scares me to see and to hear and not to know what to think, how to care... Und hier sind die Meinungen zur Politik abgestumpft, kein Vertrauen, keine Meinung? - die Vergangenheit ist noch nicht ganz vorbei und Russland ist noch immer praesent.
Ich sehe und hoere weiterhin zu...
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12.8.08 23:26


11-08-08, Kiev; 10:26

Aloha from Kiev!

Eine 20 stuendigen Zugfahrt von Krakow nach Kiev, einen netten Aufenthalt an der polnischen Grenze mit Bier and conversation - die Raeder des Zuges muessen naemlich fuer die Ukraine gewechselt werden, da die Schienen hier breiter sind - habe ich schon hinter mir. Eigentlich sollte man die 2 Stunden im Zug verbringen, but in search of a toilet musste ich den Zug verlassen und die EU zu Fuss verlassen, dabei bibbernd, ob ich meinen Zug mit meinem Gepaeck wohl je wieder finde... aber es hat geklappt. Auf meinem Bettchen habe ich die Nacht dann auch schoen schlafend verbracht - zu dem hypnotisierenden ratatatatam ratatatatam...

In Kiev: habe ich meine Freundin Olya gleich am Bahnstein getroffen. Unbelievable, wir haben uns seit 6 Jahren nicht mehr gesehen, seit unserem Jahr in Texas. Schon strange, wenn man jemanden so lang nicht gesehen hat und trotzdem irgendwie wieder gleich da anfaengt, wo man aufgehoert hat... wir uebernachten in Kiev in der Wohnung von Olyas Schwester - das heisst zu dritt in einem Zimmer... Die beiden sind so unglaublich gastfeundlich, dass ich mich teilweise richtig schlecht fuehle. Alles wird fuer mich gemacht und ich kaempfe, darum michr irgendwie erkenntlich zu zeigen. In meinem Kopf sind Wunder, denn ich bin nicht so zuvorkommend zu meinen Gaesten... die duerfen sehr wohl auch mal abwaschen und ihr Bett selbst machen. - ich zweifele ein wenig -
Kiev habe ich in den letzten zwei Tagen durch endlose Fussmaersche, viele Erklaerungen, Jahreszahlen, Essen, Drinken und Shopping schon von einigen Seiten kennengelernt. A bit overkill - aber sie meinen es gut . Die ganzen gutgemeinten Erzaehlungen fuehren bei mir leider manchmal zu kleinen Widerspenstigkeiten und I feel rude, kaempfe um das 200ste Laecheln fuer ein Foto und schweige ein wenig vor mich hin.

But all in all ist es wunderbar, Olya wiederzusehen, diese Stadt kennen zu lernen - es ist eine andere Welt mit goldenen Kirchtuermen, lightly dressed women, grossen Haeusern, viel Religion und Sonntagen mit offenen Geschaeften.

Heute fahren wir weiter gen Osten nach Poltava, where I'll get to know Olyas family and friends, eat lots of wonderful food and smile a lot. Ich bin gespannt.
11.8.08 09:53


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